📖 Job 28
-
1
¶ Denn das Silber hat seinen Fundort und das Gold seinen Ort, wo man es läutert.
-
2
Eisen wird aus der Erde gegraben und Kupfer schmelzt man aus Gestein.
-
3
Man macht der Finsternis ein Ende und forscht alles vollkommen aus, die Steine, die in Finsternis und Todesschatten liegen.
-
4
Einen Schacht bricht man auf, wo kein Wandersmann durchgeht; auf unbetretenen Pfaden lassen sie sich hinab und schweben ferne von den Menschen.
-
5
Aus der Erde wächst Brot hervor, und unter ihr ist's wie vom Feuer durchwühlt.
-
6
In ihren Steinen wird Saphir gefunden und Gold in ihren Schollen.
-
7
Ein Pfad[ist's], den kein Raubvogel kennt, und den auch des Habichts Auge nicht erspäht,
-
8
den auch kein Raubtier betritt, darauf der Löwe nicht schreitet.
-
9
Der Mensch legt seine Hand an den harten Felsen und durchwühlt die Gründe der Berge.
-
10
Er treibt Stollen durch die Felsen, und sein Auge ersieht alles, was köstlich ist.
-
11
Damit sie nicht tränen, verstopft er die Wasserrinnen; das Verborgene bringt er ans Licht.
-
12
Aber wo wird die Weisheit gefunden, und welches ist der Ort des Verstandes?
-
13
Der Mensch kennt den Weg zu ihr nicht, im Lande der Lebendigen wird sie nicht gefunden.
-
14
¶ Die Tiefe spricht:«Sie ist nicht in mir», und das Meer:«Sie ist nicht bei mir.»
-
15
Sie wird mit keinem Geld bezahlt und nicht mit Silber aufgewogen.
-
16
Um Gold von Ophir ist sie nicht zu haben, auch nicht um köstlichen Schohamstein und Saphir.
-
17
Gold und Glas kommt ihr nicht gleich, noch wird sie um goldenes Gerät eingetauscht.
-
18
Korallen und Kristall sind nichts gegen sie, und der Besitz der Weisheit gehtüber Perlen.
-
19
Der Topas ausÄthiopien ist ihr nicht zu vergleichen, mit reinem Golde wird sie nicht aufgewogen.
-
20
¶ Woher kommt denn die Weisheit, und welches ist der Ort des Verstandes?
-
21
Sie ist verborgen vor den Augen aller Lebendigen und vor den Vögeln des Himmels versteckt.
-
22
Der Abgrund und der Tod sprechen: Wir haben mit unsern Ohren von ihr gehört.
-
23
Gott weiß ihren Weg, und er kennt ihren Ort.
-
24
Denn er schaut bis zu den Enden der Erde und sieht alles, was unter dem Himmel ist.
-
25
Als er dem Winde sein Gewicht gab und den Wassern ihr Maß,
-
26
als er dem Regen sein Ziel setzte und dem Wetterstrahl seinen Weg:
-
27
da hat er sie gesehen und durchmustert, sie bereitet und erforscht
-
28
und hat zum Menschen gesagt: Siehe, die Furcht des Herrn, das ist Weisheit, und vom Bösen weichen, das ist Verstand!