📖 Job 16
-
1
¶ Und Hiob antwortete und sprach:
-
2
Dergleichen habe ich oft gehört; ihr seid allzumal leidige Tröster.
-
3
Haben die geistreichen Worte ein Ende? Oder was reizt dich zu antworten?
-
4
Auch ich könnte reden wie ihr, befände sich nur eure Seele an meiner Statt; da wollte ich Reden halten gegen euch und den Kopf schüttelnüber euch!
-
5
Ich wollte euch stärken mit meinem Munde und mit dem Trost meiner Lippen lindern euren Schmerz!
-
6
¶ Wenn ich rede, so wird mein Schmerz nicht gelindert, unterlasse ich es aber, was geht mir dann ab?
-
7
Doch jetzt hat Er mich erschöpft. Du hast all meinen Hausstand verwüstet
-
8
und hast mich zusammenschrumpfen lassen; zum Zeugen ist das geworden, und meine Magerkeit antwortet gegen mich.
-
9
Sein Zorn hat mich zerrissen und verfolgt; er knirscht mit den Zähnenüber mich, mein Feind blickt mich mit scharfem Auge an.
-
10
Sie haben ihr Maul gegen mich aufgesperrt, unter Schimpfreden schlagen sie mich auf meine Backen, sie rüsten sich allesamt wider mich.
-
11
Gott hat mich den Buben preisgegeben und den Händen der Gottlosenüberliefert.
-
12
Sorglos war ich; da hat er michüberfallen, er hat mich beim Nacken ergriffen und zerschmettert und mich zu seiner Zielscheibe aufgestellt.
-
13
Seine Schützen haben mich umringt, er hat meine Nieren durchbohrt ohne Erbarmen und meine Galle auf die Erde ausgeschüttet.
-
14
Er hat mir eine Wunde um die andere zugefügt, ist gegen mich angelaufen wie ein Held.
-
15
Ich habe einen Sack um meine Haut genäht und mein Horn in den Staub gesenkt.
-
16
Mein Angesicht ist gerötet vom Weinen, und auf meinen Augenlidern liegt Todesschatten
-
17
¶ dafür, daß kein Unrecht an meinen Händen klebt und mein Gebet lauter ist!
-
18
O Erde, decke mein Blut nicht zu, und mein Geschrei komme nicht zur Ruhe!
-
19
Aber auch jetzt noch, siehe, ist mein Zeuge im Himmel und mein Verteidiger in der Höhe!
-
20
Meine Freunde spotten meiner; aber mein Auge tränt zu Gott,
-
21
daß er dem Manne Recht schaffe vor Gott und entscheide zwischen dem Menschen und seinem Nächsten.
-
22
Denn meine Jahre sind gezählt, und auf dem Pfad, den ich nun wandle, komme ich nicht mehr zurück.